CDU-Bundestagsabgeordnete macht Station im Papst-Leo-Haus


29. September 2014

Die Handarbeitsgruppe klappert fröhlich mit den Strick- und Häkelnadeln, als die CDU-Bundestagsabgeordnete Astrid Timmermann-Fechter auf ihrer Sommertour im Papst-Leo-Haus in Essen-Frintrop Station macht. Die rund 20 Damen bestätigen der Abgeordneten, dass sie sich in dem Haus, das 130 Pflegeplätze bietet, sehr wohl fühlen.

Im Papst-Leo-Haus, das zur Nikolaus-Groß GmbH gehört, gibt es sechs Wohnbereiche mit insgesamt 46 Einzel- und 42 Doppelzimmern, sowie vier Kurzzeitpflegeplätzen, erklärt Geschäftsführer Georg Gal. Die GmbH ist nach dem 2001 selig gesprochenen Widerstandskämpfer Nikolaus Groß benannt, der im Dritten Reich ermordet wurde.

Neben der Bundestagsabgeordneten sind auch mehrere kommunale CDU-Politiker ins Papst-Leo-Haus gekommen, darunter die Mülheimer Bürgermeisterin Ursula Schröder, der Stadtverordnete Bernd Dickmann, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der Mülheimer Seniorendienste ist, und Barbara Walkenhorst aus Essen-Borbeck, die selbst beim Medizinischen Dienst der Krankenkassen tätig ist. Sie alle zeigen sich beeindruckt von dem sehr guten Zustand des Hauses, das seine letzte Grundsanierung immerhin 1985 erhalten hat. „Die nächste Sanierung ist jetzt aber fällig“, sagt Georg Gal.

Derzeit sind 50 Prozent aller Mitarbeiter in dieser Einrichtung examinierte Fachkräfte, erklärt Pflegedienstleiterin Mariola Baron der Abgeordneten, die sich nach der aktuellen Arbeitssituation in der Einrichtung erkundigt. Die Gewinnung von Personal sei zurzeit kein Problem, so Baron, denn „viele schnuppern bereits als Praktikanten herein und bleiben dann für eine Fachausbildung bei uns“.

Dennoch gibt es auch Kritik. Mariola Baron empfindet die Systematik der Benotung beim „Pflege-Lotsen“ im Internet als problematisch. Die Gewichtung der einzelnen Faktoren für die Gesamtbenotung müsste noch einmal überdacht werden. „Es kann nicht sein, dass die Höhe des Aushangs der Speisekarte die gleiche Punktzahl bringt wie eine liebevolle Pflege“, meint die Pflegedienstleiterin.

In vielen anderen Altenpflegeeinrichtungen stellt sich die Personalsituation dagegen wesentlich angespannter dar. „Deshalb ist Pflege in dieser Wahlperiode ein großes Thema“, sagt Astrid Timmermann-Fechter, die im Familienausschuss Berichterstatterin für diesen Bereich ist. Neben den zwei Pflegestärkungsgesetzen, von denen das erste noch in diesem Herbst beschlossen wird, sollen auch die Pflegeberufe reformiert und eine bessere Rechtssicherheit bei der Familienpflegezeit geschaffen werden. „Wir haben uns viel vorgenommen und sind auf einem guten Weg. Die Pflegeberufe wollen wir noch attraktiver für junge Leute machen. Mir ist dabei aber immer auch wichtig, dass wir unsere Gesetzesarbeit den tatsächlichen Bedürfnissen von Pflegebedürftigen und Pflegenden anpassen. Die Arbeit in der Pflege ist eine zentrale, gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, erklärte Timmermann-Fechter bei ihrem Besuch.