Besuch Theodor Fliedner Stiftung


26. September 2014

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Astrid Timmermann-Fechter zeigte sich auf ihrer Sommertour durch den Wahlkreis sehr beeindruckt vom Konzept der Theodor Fliedner Stiftung, die deutschlandweit an 30 Standorten rund 2000 Mitarbeiter beschäftigt. Normalität, Individualität und Teilhabe stehen im Mittelpunkt der Arbeit der Stiftung, die in Mülheim-Selbeck unter anderem das Fliednerdorf betreibt. Im Fliednerdorf wohnen insgesamt 600 Menschen – alte und junge, Menschen mit und ohne Behinderung. Der Altenhilfebereich im Dorf bietet stationäre Plätze für 210 Menschen mit unterschiedlichem Pflegebedarf.

Vorstandsvorsitzender Pfarrer Martin Bach erläuterte die vier Handlungsfelder der Theodor Fliedner Stiftung „Leben im Alter“, „Menschen mit Behinderungen“, „seelische Gesundheit“ und „Ausbildung und Forschung“. Kernelement der Wohnkonzepte – nicht nur im Fliednerdorf – sind kleine Wohngruppen von acht bis elf Bewohnern.

„Hier ist nichts normiert, nichts von der Stange“ sagte Uwe Wolfs, Einrichtungsleiter des Bereichs „Wohnen im Alter“, stolz und präsentierte den Besuchern die verschiedenen kleinen Häuser und unterschiedlichen Baustile, die jeweils separate Eingänge haben, aber nach hinten verbunden sind. Ganz individuell sind aber nicht nur der Baustil, sondern auch die Weck- und Essenszeiten der Bewohner. Wer gern länger schläft, kann dies tun. Alles, was nach einer Einheitsroutine aussieht, soll vermieden werden.

Im Bereich „Heilpädagogisch begleitetes Wohnen“ im Dorf wohnen Menschen mit geistigen Behinderungen. Ziel sei hier außerdem, den Menschen die Arbeit in den Fliedner Werkstätten oder der Tagesbetreuung zu ermöglichen. Damit strukturiere sich der Tag und neben dem Wohnbereich könne ein weiterer Lebensbereich aufgesucht werden.

Das Konzept der Theodor Fliedner Stiftung ist personalaufwendiger, aber es wirkt sich aus: Menschen, die in ihrer Wohnung vereinsamten, blühten im Dorf mit seinen vielfältigen kulturellen und inklusiven Angeboten wieder auf.

„Ich finde, die Fliedner-Stiftung hat hier eine Heimat für viele Menschen mit Behinderungen und Demenzerkrankungen geschaffen“, erklärte die CDU-Familienpolitikerin bei der Besichtigung der geräumigen und modernen Wohnungen.

Anschließend besuchte die Abgeordnete die Kurzzeit-Tagespflege in Mülheim-Holthausen. Leiterin Renata Mai betreut mit ihren Mitarbeiterinnen hier täglich rund 15 Seniorinnen und Senioren, die sich die Zeit mit Spielen, Basteln und Musizieren vertreiben.

Renata Mai bedauerte, dass die umfangreiche Bürokratie ihr viel Zeit nehme, die sie lieber für ihre Gäste aufwenden würde. „Bürokratie ist ein Dauerthema“, sagte Astrid Timmermann-Fechter „Mit dem Pflegestärkungsgesetz bringen wir Entlastung bei der Dokumentation, aber alle wissen, dass der Bürokratieabbau eine Daueraufgabe ist. Wir bleiben dran.“